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Cape Town – No way back. Covid 19 Lockdown

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ls wir im November 2019 wieder in unsere 2. Heimat Kapstadt reisten hat man Corona nur getrunken. Doch als im Dezember erste Meldungen von einem neuen Virus aus China laut wurden haben wir uns wie der Rest der Welt nicht viel dabei gedacht. Und nur wenige Monate später hält Covid 19 die ganze Welt in Atem und bringt so wirklich alles durcheinander. So wie unseren Alltag in Kapstadt und auch unsere geplante Heimreise im April 2020. Die südafrikanische Regierung hat schon Anfang März bei sehr niedrigen Infektionszahlen alle Schulen geschlossen und die Bevölkerung aufgerufen daheim zu bleiben.

Darauf folgte ab dem 26. März, für ganze 5 Wochen, einer der härtesten Lockdowns der Welt.

Insgesamt 5 Wochen durften wir das Haus nicht oder besser gesagt nur um Lebensmittel zu kaufen verlassen. Es war nicht einmal erlaubt mit unserem kleinen Dackel Elvis Gassi zu gehen. Was der kleine Racker zu überhaubt nicht verstanden hat.

Gott sei Dank meinte es wenigstens der Wettergott gut mit uns und so hatten wir im beginnenden südafrikanischen Herbst die ersten Wochen noch schöne warme Sommertage, die zum sonnenbaden auf unserer kleinen Terrasse einluden. Was soll man auch machen wenn man keine Freunde treffen darf und das soziale Leben quasi auf 0 heruntergefahren wird.

Im laufe der Wochen nahm die Sonne auf unserer Terrasse ab und wir haben uns vor dem Häuschen einen kleinen sonnigen Frühstücksplatz eingerichtet. Wenn man unendlich viel Zeit hat und die Freiheit am Gartentor endet kommt man schon auf lustige Ideen.

Wir hörten jetzt immer mehr Horror Storys aus Europa, Italien und Spanien und so langsam machte sich auch bei uns etwas innere Unruhe breit. Als dann im April das Rückholprogramm der Bundesregierung anläuft war es für uns klar: Wir fliegen zu Familie und Freunden heim nach Deutschland.

Doch dann hat uns die ernüchternde Realität eingeholt.

Beim Rückholprogramm der Auswärtigen Amtes können keine kleinen 5 kg Hunde berücksichtigt werden. Obwohl wir für unser Dackelchen Elvis alle Impfungen und Papiere hatten blieben die Verantwortlichen in Botschaft und Auswärtigem Amt hart. Daran haben auch hunderte Telefonate und E-mails nichts geändert. Und es wäre so einfach gewesen den kleinen 5 kg Hund, wie schon oft gemacht, in der Kabine mitzunehmen.

Hunde, Tiere, Lebewesen sind für diese Menschen “Wegwerfartikel”.

 

Hier hat der SWR sogar eine kleine Reportage über uns im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.

Wir konnten unseren kleinen Elvis natürlich nicht wie vom Auswärtigen Amt gefordert einfach so alleine seinem Schicksal in Kapstadt überlassen und so wurden wir vom Auswärtigen Amt kaltblütig aus dem Rückholprogramm gestrichen. Und nur so fürs Protokoll die Rückholerflüge lässt sich die Bundesregierung von den gestrandeten Urlaubern sehr teuer bezahlen in unserem Fall wären es ca. 850,- Euro pro Person für die einfache Strecke gewesen.

So…. jetzt sitzen wir drei Zigeunerjunx auf unbefristete Zeit in Kapstadt fest und versuchen das Beste aus unserer Situation zu machen. Die Lufthansa cancelt seit Wochen unsere regulären Rückflüge und Stand 15. Mai 2020 ist unser Rückflug jetzt am 01. Juli 2020 aber auch laut Lufthansa …ohne Gewähr.

Ganz Kapstadt wurde für 5 Wochen zu einer Geisterstadt und es entstanden faszinierende und zugleich unheimliche Aufnahmen einer menschenleeren Millionen Metropole.

Fotos: Facebook South African Stories/Joshwideawake

Der einzige Kontakt zu unseren Freunden und Familie waren Telefonate und Videocalls. Und es war immer so schön wenn die geliebten Menschen auf dem Bildschirm auftauchten und man mit ihnen eine wenig lachen konnte.

Und natürlich hat ein 5 wöchiger absoluter Lockdown direkt etwas mit einer nicht unerheblichen Gewichtszunahme zu tun. Denn ich hatte unendlich viel Zeit zu kochen und zu backen.

Seit 2 Wochen hat sich der absolute Lockdown etwas entschärft und wir dürfen jetzt zwischen 6 und 9 Uhr früh auch mit Hund das Haus für einen Walk verlassen. Was Elvis natürlich super freut.

Jetzt heißt es abwarten und Tee trinken und sich hier zu organisieren. Wir müssen Olis Diabetis Medikamente besorgen und uns um allerhand bürokratische Dinge wir Krankenversicherung etc. kümmern. Und man bekommt auch hier aus der Heimat keine Hilfe. Ich will auch nicht jammern, aber Covid 19 und die damit verbundenen Einschränkungen, Lockdowns etc. haben wir uns nicht ausgesucht und trotzdem lässt die Bundesregierung einen total im Stich. Das finden wir schon sehr enttäuschend.

Aber was bleibt uns anderes übrig als “Kopf hoch” und das Beste draus machen.

Und so bleibt der Zigeunerjunx Camper erst einmal in Stuttgart stehen und niemand weiß, wann wir unsere Zigeunerjunx Entdeckungstour kreuz und quer durch Europa fortsetzen können.

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AUTOR MARKUS MADER: Es gibt kein Patentrezept für das perfekte Leben. Aber 2017 war es an der Zeit aus dem alltäglichen „Hamsterrad“ zu springen. Nach 36 Arbeitsjahren entschloss ich mich 2017 das „Zigeunerjunx“ Abenteuer zu beginnen. Reisen - Essen - Liebe überall in Europa & Südafrika. » Mehr über Markus

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